Der Kick
Foto: Der Kick
Der Kick

Der Kick

25.11.2013

Preview „Der Kick“ von Andres Veiel

Marinus Schöberl war 16 Jahre alt, als er durch einen sogenannten „Bordsteinkick“ zu Tode getreten wurde – nachdem ihn drei Kumpels zuvor stundenlang geschlagen, beschimpft und gedemütigt hatten.
So schockierend die Tat ist, sie ist kein Einzelfall. Was bringt junge Menschen dazu, ohne Hemmungen zu quälen und zu töten? Andres Veiel gibt den als Monstern abgestempelten Tätern eine Biographie und taucht tief in deren gesellschaftliches Umfeld ein, um die Ursachen exzessiver Gewalt von Jugendlichen besser zu begreifen. Es geht dabei weniger um Antworten; die kann und wird es dabei kaum geben, nicht zuletzt aber findet eine Sensibilisierung für das Unbegreifliche statt.
Das Stück DER KICK besteht ausschließlich aus Original-Interviews mit mittel-/und unmittelbar Beteiligten an dieser realen Gewalttat, die vor einigen Jahren in einer ostdeutschen Kleinstadt passierte. Andres Veiel hat zusammen mit der Dramaturgin Gesine Schmidt Aussagen, Stellungnahmen und Gespräche gesammelt, aneinander montiert und ist explizit der Frage nachgegangen: Wie konnte es dazu kommen? Was trieb die Täter? War die Katastrophe absehbar? Die Originaltexte werden weder bewertet noch kommentiert. - Theater reflektiert und spiegelt in diesem Fall explizit die Gegenwart und wird dadurch auch und speziell für ein jugendliches Publikum greifbarer, sinnlicher und – im besten Sinne – gefährlicher. Hauptaufgabe und Schwerpunkt wird es sein, einen inhaltlichen und künstlerischen Standpunkt in einem Grenzbereich des Darstellbaren einzunehmen und gleichzeitig zu erkennen, dass hier kein Widerspruch zu überwinden ist sondern – im Gegenteil – eine Chance liegt. Die unmittelbare Brisanz dieses Doku-Dramas sowie die Tatsache, dass sich die HfMDK dieser aktuellen, für viele unbequemen Thematik stellt und in Zusammenarbeit mit dem Naxos-Theater öffentliche Aufführungen anbietet, sind eine große Herausforderung für die Studierenden und eine klare Positionierung des Ausbildungsbereich: eine sowohl inhaltlich-gesellschaftspolitische wie auch formal-künstlerische Auseinandersetzung wird präsentiert und zur Diskussion gestellt.

MIT STUDIERENDEN DES 5. SEMESTERS SCHAUSPIEL
Elias Eilinghoff, Katrin Flüs, Henning Kallweit, Josia Krug, Simone Müller, Marina Schmitz, Nicola Schubert, Sebastian Volk

REGIE Werner Wölbern

VERANSTALTUNG IM FRANKFURT LAB
Montag, 25.11.2013