la coquille
Foto: Daniel Franz, Johanna Manzewski

la coquille

05.08.2010

Arbeitspräsentation: performative Choreografie von Daniel Franz & Johanna Manzewski

Was passiert, wenn man den Körper von etwas Anderem sprechen lässt, das sich nicht allein mit sprachlichen Aussagen einholen lässt? Die Arbeit „La coquille“ versucht sich, dem Verhältnis von Körper und Sprache zu nähern, indem wir den Körper als „das Andere“ der Sprache begreifen möchten. In einer Rauminstallation, welche ein akustisches Environment einschließt, konzentieren wir, gemeinsam mit einem Performer, unser choreografisches Interesse auf die Leerstellen und Zwischenräume des Körpers. Da wir die Synergieeffekte zwischen Körper und Sprache nutzen wollen, richten wir den Fokus unserer Textinszenierung auf Auszüge von Elfriede Jelineks „Er nicht als er“. Lässt sich ein „fragmentierter“ Körper als Einheit erfassen, auch und gerade wenn seine Fragmente als Teile der Bühne selbst zu verstehen sein könnten? Lassen sich Körperteile als unterschiedliche Schichten, als Verzweigungen eines Organismus begreifen? Wie könnte diese Art der Mehrdimensionalität aussehen, versteht man den Körper als Bündel von Handlungen, von Bewegungen? Last but not least möchten wir mit „La coquille“ der Frage nachgehen, wie sich der Performer als ein selbst-affimierendes, selbst-konstituierendes Subjekt auf der Bühne verstehen kann, wenn er zeitgleich Teil eines choreografischen Prozesses sein soll.

Nach dem Text "er nicht als er" von Elfriede Jelinek

Idee und Konzept: Daniel Franz und Johanna Manzewski
Performance: Ludger Lamers
Sprecher: Stephan Schad, Norman Hacker
Realisation: Stine Hertel, Johanna Manzewski, Ludger Lamers, Jan Rohwedder, Daniel Franz 
Beratung Sound:
Björn Deigner

Mit freundlicher Unterstützung des Instituts für Angewandte Theaterwissenschaft Gießen, der Gießener Hochschulgesellschaft, der Hessischen Theaterakademie, des Kulturamts der Stadt Frankfurt am Main, des Kulturamts der Stadt Gießen, des AStA der JLU Gießen, sowie des Frankfurt LAB.