x Stunden HTA

x Stunden HTA

05.12.2015, 18 UHR

HTA Tag - jährliche Werkschau der Hessischen Theaterakademie

Um 18 Uhr beginnt dann das vielseitige und dichte Programm mit Präsentationen aus den verschiedenen HTA-Studiengängen.

 Den ganzen Abend über wird ein dichtes Programm mit 9 Produktionen aus den 10 verschiedenen Studiengängen der Hessischen Theaterakademie zu sehen sein, so unter anderen die Antikenbearbeitung Backchen aus dem Studiengang Regie der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt, Die begehbare performative Installation Lästling aus dem Bereich Bühnen- und Kostümbild an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach, sowie die Performances MeMe- The Formation und POST HOC ERGO PROPTER HOC - Was bisher geschah als Beiträge vom Institut für Angewandte Theaterwissenschaft. Desweiteren zeigen die Studiengänge Schauspiel und Zeitgenössischer und Klassischer Tanz der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt unter den Titeln ZuKT tanzt und RE_Verb*(offene Proben) Ausschnitte aus ihren aktuellen Semesterarbeiten und vom Studiengang Master Contemporary Dance Education wird eine Videoarbeit mit dem Titel An Introduction to Physical Introductions: Self Interview zu sehen sein. Die Produktion Blickfeld wurde von Studierenden mehrerer HTA-Studiengänge gemeinsam (Dramaturgie an der Goethe Universität, Regie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt und Angewandte Theaterwissenschaft der Justus-Liebig Universität Gießen) in Zusammenarbeit mit professionellen freischaffenden Künstler_innen entwickelt.  Die choreographische Performance verhandelt das Gesicht als Projektionsfläche und Aushängeschild, Visitenkarte und Profil und befragt Momente von Blick und Sichtbarkeit im Theater.

Der Eintritt ist frei.

PROGRAMM

18 Uhr Halle 1: Backchen  Regie: Mark Reisig (Studiengang Regie, HfMDK)

19 Uhr Halle 1: ZuKT tanzt (Studiengang BA Tanz, HfMDK)

19.30 Uhr Halle 1: Lästling von und mit Elena Herold (Studiengang Bühnen- und Kostümbild, HfG Offenbach)

19.45 Uhr Halle 2: Post hoc ergo propter hoc  - Was bisher geschah  von und mit Gesa Bering und Stephan Dorn Studiengang Angewandte Theaterwissenschaft, JLU Gießen)

20.30 Uhr Halle 2: RE_Verb* (offene Proben) (Studiengang Schauspiel, HfMDK)

21.15 Uhr Halle 1: Lästling von und mit Elena Herold (Studiengang Bühnen- und Kostümbild, HfG Offenbach)

21.30 Uhr Halle 1: Blickfeld Regie: Ksenia Ravvina - (Studiengänge Dramaturgie, Goethe Universität; Angewandte Theaterwissenschaft, JLU Gießen und Regie, HfMDK)

22.15 Uhr Halle 2: MeMe – The Formation Choreographie und Performance: Hyunsin Kim (Studiengang Choreographie und Performance, JLU Gießen, HfMDK)

23 Uhr Halle 1: Abendausklang + Lästling von und mit Elena Herold (Studiengang Bühnen- und Kostümbild, HfG Offenbach)


Außerdem Immer zu sehen im Foyer:
An Introduction to Physical Introductions: Self Interview von Laura Hicks (Studiengang Master Contemporary Dance Education, HfMDK)

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Lass das Wunder Deiner Liebe an ihm geschehen Videoarbeit von Philipp Scholtysik, 39 min
Backchen
nach Euripides / Raoul Schrott

Frauen ans Hackbeil, Männer auf die Schlachtbank. Auf geht's zur dionysischen Trümmergafferei, wo Männerzerreißen Freiheit bedeutet und der wilde Rausch trügerisch in den Wahnsinn lockt. Euripides letztes Stück als finale Warnung vor Fanatismus, Unterdrückung und Machtgier.
 
Mit: Isabella Knöll, Felix Bold, Tim Werths
Regie: Mark Reisig
Ausstattung: Viviane Niebling
Dramaturgie: Lisa-Marie Radtke
Video: Merlin Heidenreich
Choreographie: Noemi Popp
Betreuung: Christoph Mehler, Alexandra Althoff, Philip Deblitz, Daniela Kabs, Sabine Lippold, Deborah Ziegler, Silke Rüdinger
Mit besonderem Dank an Ruben Jeyasundaram

Regie (Hfmdk), Dramaturgie (Goethe-Universität) , Gestaltung (HfG), Tanz (Hfmdk)


Lästling

Eine inszenierte Raumskulptur zu Franz Kafkas "Die Verwandlung",
die sich mit dem Käferdasein von Gregor Samsa beschäftigt.
Ausgehend von der Frage "Wie eng sind Körper und Seele miteinander verbunden?" zeigt die Arbeit, wie die Seele den Körper bewegen kann und was davon nach außen sichtbar wird. Ein Spiel der Kräfte, die an die Oberfläche dringen.

Installation: Elena Herold
Performer: Angelina Ambrosch, Chengtian Luo, Elena Herold

Bühnen-und Kostümbild  (HfG Offenbach)


ZuKT tanzt

ZuKT Studierende des 2. und 3. Jahres  BATanz zeigen Choreografien von Mark Spradling und Marguerite Donlon sowie eine Eigenarbeit von Valeria Liptschanski.

BA Tanz (HfMDK)

Titel: Post hoc ergo propter hoc - was bisher geschah

Er hat für die wissenschaftliche Großforschung unglaubliches geleistet. Dennoch ist nicht seine mit dem Literaturnobelpreis prämierte „Römische Geschichte“ sein Opus Magnum, sondern vielmehr sein „Gerät zur Verdichtung, Faltung und Entzerrung zeitlicher Abfolgen in Berücksichtigung linear verlaufender kosmischer Stränge". Hierzu werden später noch einige Worte fallen.

Wir nähern uns Theodor Mommsen, besuchen sein Wohnzimmer – leider ist er gerade nicht da. Dafür aber sein Sessel, sein Globus, sein Teewagen. Lauschen wir dem freundlichen Audiokommentar, der uns über die tiefergehenden Details von Mommsens Leben und Werk informiert, solange, bis sich das museale Setting mit Leben füllt.
Wir bleiben am selben Ort, versprochen. Lediglich in der Zeit reisen wir herum, 5 Minuten vor und wieder zurück, größere und kleinere Distanzen, überlassen wir es dem Zufall. Mit dem richtigen Vehikel ist es kinderleicht und absolut ungefährlich. Keine Sorge, wir haben das im Griff.
Ein Museumsbesuch mit Audioguide, eine Exkursion, ein Ausflug, bis wir wieder dann sind, als wir angefangen haben – oder eben auch nicht.

Das Historische wird dem Hier und Jetzt gegenübergestellt. Die zwei schauen sich an, mögen sich und tun sich zusammen.
Ein theatrales Essay; mit und über Reisen durch die Zeit, auf der Suche nach historischer Wahrheit.

Von und mit Stephan Dorn und Gesa Bering

Master Angewandte Theaterwissenschaft (JLU Gießen)


RE_Verb* (offene Proben)


Offene Proben in Bezug auf den Gestaltungsprozess für das Projekt RE_Verb*. Zusammen mit Schauspielstudierenden wird anhand von körperlichen Ansätzen für Schauspieler (Physiodrama, Physical Acting) und digital gesteuerter stimmlicher Interaktion, ein darstellerisches Spektrum in Bezug auf das Thema Schwingung recherchiert. Die Schauspielstudenten beteiligen sich dadurch früh praktisch an der Entwicklung eines erweiterten Theaterverständnisses.

Darstellung/Physical Acting: Studierende des 3. Jahrgangs Schauspiel der HfMDK
Künstlerische Leitung: Yurgen Schoora - Mimograph/Prof. Physiodrama & Sabine Lippold – Physical Acting, Bewegungsdramaturgie
Komposition: Tobias Hagedorn, Richard Millig
Regie-Assistenz: Marc Reisig
Produktionsleitung: Daniela Kabs - HfMDK
Mit freundlicher Unterstützung durch „eXperimente – eine Kulturinitiative der Aventis Foundation

Studiengang Schauspiel (HfMDK)


Blickfeld

Gesichter werden permanent produziert und inszeniert, sie werden Symbol, werden Marke. Dank Smartphone blicken wir uns selbst an, das Gesicht in der Hand des ausgestreckten Arms. Als Projektionsfläche und Aushängeschild, Visitenkarte und Profil wird nach dem Gesicht gefordert und gefahndet, es wird gegeben, gelesen, gewahrt oder verloren. Das Gesicht ist die Voraussetzung dafür, überhaupt sichtbar zu sein. In einer choreografischen Performance nimmt Blickfeld die Vorherrschaft und Fallhöhe des Gesichts ins Visier und befragt Momente von Blick und Sichtbarkeit im Theater.

Gefördert durch: Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, Hessische Theaterakademie, Frankfurt LAB, Künstlerhaus Mousonturm, Tanzlabor_21/Tanzbasis Frankfurt_Rhein_Main, Gesellschaft der Freunde und Förderer HfMDK Frankfurt, Artist in Residence Programm vom Zentrum für Austausch und Innovation Köln (ZAIK)

Mit: Sven Gey, Sabina Perry, Kristina Veit
Konzept: Larissa Bischoff, Ksenia Ravvina, Kristina Veit
Inszenierung / Raum: Ksenia Ravvina, Kristina Veit
Dramaturgie: Larissa Bischoff
Licht-Design / Video-Mapping / Raum: Jochen Göpfert
Video-Design: Pola Sell
Produktionsassistenz: Teresa Bernauer

BA Regie (HfMDK) , MA Dramaturgie  (Goethe Universität), Angewandte Theaterwissenschaft (JLU Gießen)


MeMe - The Formation

In 'MeMe - The Formation' geht es um den Moment wenn zwei oder mehr Sachen oder Wesen aufeinanderprallen, sich verändern und am Ende Definitionen entkommen. 'MeMe- The Formation' ist der Epilogue von 'she came, she saw, she said: meme' wo es um die Mechanismen der Exotisierung des "Anderen" nicht nur im Alltag, aber auch in der Performanceszene geht. Naiv, aber bewusst wird die Frage gestellt ob Stereotypen jenseits von Parodie, als Mittel der Selbstermächtigung werden können. Es ist eine Zusammenarbeit von Baly Nguyen, Hyunsin Kim, Kristin Gerwien, Lea Schneidermann, Ricarda Sowa und Wicki Bernhardt.

Choreographie und Performance: O. Hyunsin Kim
Sound: Baly Nguyen
Dramaturgie: Wicki Bernhardt
Kostüm: Kristin Gerwien

Gefördert durch die Einstiegsförderung des Berliner Senats und der Gießener Hochschulgesellschaft. In Ko-produktion mit der Tanzfabrik Berlin.

MA Choreographie und Performance und Angewandte Theaterwissenschaft (JLU Gießen)


An Introduction to Physical Introductions, Self Interview

The dance work portrayed in one of the images used here within was a still from Plateau Effect by the Culberg Ballet. In addition the author recognizes the support of Tanz im August, and the participants, artists and facilitators of the Physical Introductions that took place as part of the Tanz im August festival.

The format was largely inspired by Chrysa Parkinson's video project, "Self Interview on Practice by Chrysa Parkinson." https://vimeo.com/26763244
Additional references that have informed the perspective contained here within were taken from:
Jaques Ranciere, "The Emancipated Spectator,"in Artforum, March 2007, 270-281
Amy Elias, "The Dialogical Avant-Garde: Relational Aesthetics and Time Ecologies in Only Revolutions and TOC, in Contemporary Literature, 53, 4 (2012),738-778
Susan Melrose, "...just intuitive...," Susan Melrose Homepage, accessed February 5, 2015, www.sfmelrose.org.uk/justintuitive/
Ingo Diehl, et al. "Physical Introductions at Tanz im August 2013," MA CoDE Homepage, accessed February 5, 2015, www.hfmdk-fra.de/index.php

Physical Introductions were implemented by Ingo Diehl and MA CoDE students of HfMDK Frankfurt at with artists and audience members at Tanz im August, Berlin 2013/14. This 'self interview' is an attempt to further understand the format of 'the Physical Introduction', and share it with others.

Concept, text, photos and image by Laura Hicks

MACoDE, Master of Arts in Contemporary Dance Education (HfMDK)


Lass das Wunder Deiner Liebe an ihm geschehen (im Foyer zu sehen)


Ein Stapel Tagebücher, gefunden auf dem Sperrmüll, geschrieben von einer etwa 60jährigen Frau. Anlass des Schreibens ist ein Unfall ihres Mannes, der diesen arbeitsunfähig werden lässt und in dessen Folge Schwierigkeiten mit dem Stuhlgang auftreten. Medizinisches Protokoll, Tagebuch und Gebet treten nebeneinander auf, ohne klar abgegrenzt zu sein. Aus der krankheitsbedingten Perspektive ist das Leben von zwei Menschen über 10 Jahre festgehalten. Es entfaltet sich in der seltsam repetitiven Schreibweise eine Art Familiensaga, die einer geradezu klassischen Dramaturgie zu folgen scheint. Zum Ende hin passieren kurz hintereinander mehrere neue Einschnitte, die alles erneut auf den Kopf stellen und zum Zerfall des sozialen Gefüges und dem Verstummen des Schreibens führen.

Ausgehend von denselben Dokumenten ist für 2016 eine szenische Arbeit in Vorbereitung. Weitere Informationen dazu: www.drittmittelproduktionen.de

Videoarbeit von Philipp Scholtysik, 39 min

Dramaturgie (Goethe-Universität Frankfurt)
 

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Die Hessische Theaterakademie ist ein Netzwerk der Studiengänge Darstellende Kunst an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main, Bühnen- und Kostümbild an der Hochschule für Gestaltung Offenbach, Dramaturgie an der J. W. Goethe-Universität in Frankfurt am Main sowie des Instituts für Angewandte Theaterwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Als ‚Akademie von unten’ basiert sie nicht nur auf der offenen und immer intensiveren Zusammenarbeit der Lehrenden und IntendantInnen, sondern vor allem auch auf den vielen spartenübergreifenden Initiativen der Studierenden.

Adresse und Anfahrt Frankfurt LAB: http://www.frankfurt-lab.de/informationen/wegbeschreibung.html 
 
Weitere Informationen zum Programm unter www.hessische-theaterakademie.de
 
Kontakt: info(at)hessische-theaterakademie.de